Geschlechterdemokratie
Illustrationen von Adgur Dsidsaria.
Illustrationen von Adgur Dsidsaria.
Beim Begriff gendernaja demokratija (Geschlechterdemokratie) kommen in Russland keine warmen Gefühle auf, selbst nicht bei ihren wenigen AnhängerInnen. Das Wort klingt technisch, fremd, unzugänglich. Bücher und Texte darüber schrieb bisher ein kleiner Kreis von ExpertInnen für einen kleinen Kreis von Leserinnen. Entsprechend gering ist der Einfluss der gut zehn russischen Gender-Zentren auf die öffentliche Diskussion selbst im engeren NGO-Umfeld, von der Gesellschaft insgesamt ganz zu schweigen.

Ein tschajnik dagegen, ein Wasserkessel bzw. eine Teekanne, zieht an und wärmt. Auf  Menschen bezogen bedeutet tschajnik „Anfänger”. Um möglichst viele Menschen anzuziehen, hat das Moskauer Büro der Heinrich-Böll-Stiftung deshalb unter dem Titel „Gender für Tschajniki“ ein handliches Buch herausgegeben. Von einheimischen Expertinnen geschrieben und am alltäglichen Leben in Russland orientiert enthält der Sammelband alles, was man schon immer über Gender wissen wollte – oder wissen sollte.

Popularisierung, feministische Debatten, konkrete Hilfe, praktische Umsetzung sind die Methoden, mit denen Frauenpolitik in Russland stärker als das wahrgenommen werden soll, was es ist: knallharte Politik.

Gender
Geschlechterpolitik macht einen Unterschied
In dieser Publikation berichtet die Heinrich Böll Stiftung über die globale Arbeit im Bereich Geschlechterdemokratie und stellt anhand regionaler Beispiele die konkrete Projektarbeit in verschiedenen Ländern vor.

Hier können Sie den Text auf Deutsch herunterladen.

Vom Ausschluss Fremder, zur Anerkennung Anderer – „Vom Ausschluss Fremder, zur Annerkennung Anderer“. Fremdenfeindlichkeit, der Ausschluss anders Aussehender oder sich anders Verhaltender ist ein zunehmendes Problem in Russland. Seit einigen Jahren organisiert das soziologische Forschungszentrum „Region“ in Uljanowsk Diskussionen mit NachwuchswissenschaftlerInnen  und NGO-AktivistInnen: Themen wie unterschiedliche Formen der Sexualität, Körper und Körperlichkeit oder neue (Bio-)Technologien werden in ihren sozialen, politischen und ethischen Kontexten diskutiert. mehr»
"Stopp Sexismus!" – „Stopp Sexismus!“ ist das Motto einer mit dem russischen Journalistinnenverband gemeinsam organisierten Kampagne. Sie richtet sich gegen die unreflektierte und weit verbreitete Nutzung diskriminierender Geschlechterstereotypen in den russischen Medien, vor allem aber in der Werbung.  Mit der Kampagne sollen JournalistInnen und Reklameprofis in Genderfragen sensibilisiert werden. mehr»
Informationszentrum des Unabhängigen Frauenforums – Das Informationszentrum des Unabhängigen Frauenforums (IZNZhF) ist ein wichtiger Partner im Genderprogramm. Von 2002 bis 2008 unterstützte die Heinrich Böll Stiftung diesen wichtigen Informations- und Beratungsknotenpunkt für  Frauenorganisationen, Feministinnen   und GenderforscherInnen in Russland und im gesamten russisch-sprachigen Raum institutionell und mit der Förderung einzelner Projekte. mehr»
Empowerment
Dagestan ist die ärmste und rückständigste Region Russlands. Zwischen Tschetschenien und dem Kaspischen Meer, die Kalmückische Steppe im Norden, im Süden Aserbaidschan leben vor allem in den unwegsamen und unwirtlichen Hochgebirgsregionen des östlichen Kaukasus sehr viele Menschen in großer Armut. Das trifft besonders die dagestanischen Frauen.  mehr»